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Motorbremsventil für MAN und Mercedes Lkw, Busse und Transporter

Motorbremsventile regeln je nach Ausführung die Druckluftzufuhr zum Betätigungszylinder der Auspuffbremse oder die Ansteuerung eines anderen Motorbremsmechanismus. Ein korrekt schaltendes Regelventil sorgt für eine vorhersehbare Bremswirkung und ein rechtzeitiges Lösen beim Beschleunigen. Unterscheiden Sie stets zwischen dem pneumatischen Steuerventil und der Auspuffbremsklappe im Abgasstrom: Beide können ähnliche Symptome verursachen, erfordern jedoch unterschiedliche Messverfahren und Ersatzteile.

Kompatibilität, Ausführungen und technische Auswahl

Ermitteln Sie Ersatzteile immer anhand der Fahrgestellnummer des Fahrzeugs. Ein optischer Vergleich oder eine Auswahl allein nach Modellbezeichnung reicht niemals aus. Beispielsweise unterscheiden sich bei MAN TGL und TGM mit D08-Motoren oder Mercedes Atego mit OM 906-Motoren die Motorbremsausstattung, Anschlüsse und Ansteuerung je nach Baujahr und Ausführung. Auch bei Bussen muss die vorhandene Motorbremskonfiguration geprüft werden. Bei Transportern ist nicht zwangsläufig ein separates Motorbremsventil vorhanden; prüfen Sie zunächst die werkseitige Ausstattung.

Es gibt mechanisch betätigte Pneumatikventile und elektropneumatische Magnetventile. Ein 3/2-Wegeventil hat drei Anschlüsse und zwei Schaltstellungen, über die der Betätigungszylinder be- oder entlüftet wird. Prüfen Sie die Ruhestellung, Nennweite, den zulässigen Betriebsdruck, die Entlüftungsleistung, das Anschlussgewinde und den Leitungsdurchmesser. Bei elektrischen Ausführungen sind auch die Steckerbelegung, die Nennspannung der Spule, beispielsweise 24 Volt, sofern vorgeschrieben, und gegebenenfalls integrierte Freilaufdioden maßgeblich. Ventilgehäuse aus Aluminium oder Messing sowie Elastomerdichtungen müssen für den Einbauort, die Temperaturbelastung und die Druckluftqualität geeignet sein. Übereinstimmende Außenmaße garantieren keine identische Schaltfunktion.

Verschleißbilder und schrittweise Diagnose

Interne Leckagen durch verschlissene Dichtungen führen zu unzureichendem Zylinderdruck und einer schwachen Motorbremswirkung. Kondenswasser, Korrosion und Verunreinigungen können ein Klemmen des Ventilschiebers verursachen. Eine verstopfte Entlüftung führt zu verzögertem Lösen: Die Auspuffbremse bleibt teilweise aktiv, was zu Leistungsverlust und unerwünscht hohem Abgasgegendruck führt. Spulenunterbrechungen, Übergangswiderstände in Steckverbindungen und Kabelbrüche verursachen Ausfälle oder temperaturabhängige Störungen.

  1. Sichern Sie das Fahrzeug gegen Wegrollen und lassen Sie heiße Auspuffteile abkühlen. Lesen Sie bei elektronisch angesteuerten Systemen Fehlercodes und Freigabebedingungen über die ECU (Electronic Control Unit) aus. Prüfen Sie, ob tatsächlich ein Ansteuerbefehl für die Motorbremse ausgegeben wird.
  2. Messen Sie mit geeigneten Manometern den Versorgungsdruck vor dem Steuerventil und den Ausgangsdruck zum Betätigungszylinder. Erfassen Sie den Druckaufbau und Druckabbau während eines vorgeschriebenen Stellgliedtests. Vergleichen Sie diese mit den fahrzeugspezifischen Werten; der Vorratsdruck allein belegt keine korrekte Funktion.
  3. Prüfen Sie mit Lecksuchmittel auf äußere Undichtigkeiten. Bleibt der Ausgangsdruck nach dem Abschalten bestehen, untersuchen Sie den Entlüftungsanschluss und die angeschlossenen Leitungen auf Verstopfungen. Halten Sie die Hände vom Bewegungsbereich des Aktuators fern.
  4. Messen Sie die Versorgungsspannung und den Spannungsabfall unter Last mit einem Multimeter. Prüfen Sie den Spulenwiderstand ausschließlich im spannungsfreien Zustand und vergleichen Sie ihn mit den Herstellerangaben. Verwenden Sie bei impulsgesteuerten Ausführungen ein Oszilloskop zur Beurteilung des Ansteuersignals.
  5. Prüfen Sie bei korrektem Steuerdruck den Zylinderhub, die Rückstellfeder und die freie Beweglichkeit der Auspuffbremsklappe gemäß Werkstattvorgabe. Messen Sie bei Bedarf den Abgasgegendruck am vorgeschriebenen Messpunkt, um zwischen einer mechanischen Blockierung und einer Verengung im Abgasstrang zu unterscheiden.
Austausch ohne wiederkehrende Störungen

Machen Sie den betroffenen Druckluftkreis vor der Demontage drucklos. Kennzeichnen Sie Versorgungsanschluss, Arbeitsanschluss und Entlüftung; vertauschte Anschlüsse können eine dauerhafte Bremsbetätigung verursachen. Montieren Sie passende Dichtungen und halten Sie die Anzugsdrehmomente ein. Verhindern Sie, dass Dichtungsmaterial in die Luftkanäle gelangt, und verändern Sie keine werkseitigen Anschläge oder Aktuatoreinstellungen.

Prüfen Sie bei Wasser oder Kompressorölrückständen im Regelventil auch den Lufttrockner und die Druckluftversorgung und beheben Sie vorhandene Mängel. Andernfalls kann das neue Bauteil erneut klemmen. Kontrollieren Sie nach der Montage die Dichtheit, den vollständigen Aktuatorhub und den schnellen Druckabbau. Führen Sie anschließend eine kontrollierte Funktionsprüfung nach Herstellervorgabe durch. Braem kann bei der Auswahl der richtigen Ausführung anhand der Fahrgestellnummer technische Unterstützung leisten.

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