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Rohkabineteile für MAN und Mercedes Lkw, Busse und Transporter

Rohkabineteile bilden die tragende Karosseriestruktur, an der Türen, Scheiben, Innenverkleidungen, elektrische Kabelbäume, Dachmodule und Kabinenausstattung montiert werden. Diese Kategorie umfasst unter anderem komplette Kabinenrohkarossen, Kabinenrahmen, Dachbleche, Rückwände, Bodenbleche, A-, B- und C-Säulen, Schweller, Spritzwände und strukturelle Befestigungsteile. Sie sind relevant für MAN F8, F90, F2000, L2000, TGL, TGM, TGA, TGS, TGX, TG3 und TGE, aber auch für Mercedes LN, SK, Atego, Axor, Actros, Arocs, Econic, Sprinter und Vito. Auch bei MAN Lion’s City und Lion’s Coach, Mercedes Citaro und Tourismo sowie Neoplan-Reisebussen können strukturelle Kabinen- oder Frontteile fahrzeugspezifisch sein.

Ein Rohkabineteil muss immer anhand der Fahrgestellnummer des Fahrzeugs bestimmt werden. Ein visueller Vergleich oder die Auswahl allein nach Modellbezeichnung reicht niemals aus. Dieselbe Baureihe kann sich hinsichtlich Radstand, Dachhöhe, Lenkradposition, Kabinenaufhängung, Türkonfiguration, Windschutzscheibenausführung, Spiegelhalterungen, Sensorpositionen und vorbereiteten Befestigungen für Klimaanlage oder Fahrerassistenzsysteme unterscheiden.

Kompatibilität, Konstruktion und Passgenauigkeit von Kabinenrohkarossen

Kabinen von Lkw, Bussen und Transportern bestehen in der Regel aus verzinktem hochfestem Stahl, Aluminiumblech oder einer Kombination aus Stahlkonstruktionen mit Außenverkleidungen aus Verbundwerkstoff. Bei modernen Actros-, Arocs-, TGX- und TGS-Generationen sind Passgenauigkeit, Korrosionsschutz und Maßhaltigkeit wichtiger als allein die sichtbare Form. Abweichungen an Säulen, Spritzwand oder Boden können zu Spannungen in Windschutzscheiben, schlecht schließenden Türen, Undichtigkeiten oder einer falschen Position von Armaturenbrettträgern und Kabelbaumdurchführungen führen.

Prüfen Sie vor der Bestellung, ob die Kabine für den vorhandenen Kippmechanismus, die vorderen Kabinenaufnahmepunkte, hinteren Verriegelungen sowie die verbauten Kabinenfedern oder Stoßdämpfer geeignet ist. Messen Sie bei einer Teilreparatur die Diagonalen der Türöffnung, den Abstand zwischen den Scharnierpunkten und die Höhenunterschiede zwischen linkem und rechtem Schweller. Arbeiten Sie mit einem Karosseriemesssystem, Referenzpunkten aus den Reparaturdaten und einem kalibrierten Messstab oder Lasersystem. Bei strukturellen Teilen reichen bereits Toleranzen von wenigen Millimetern aus, um Türspaltmaße, den Sitz der Windschutzscheibe oder die Position der Kabine auf dem Fahrgestell zu beeinflussen.

Neue, gebrauchte und instand zu setzende Kabinenkonstruktionen

Leichte Oberflächenkorrosion, kleine Dellen außerhalb tragender Bereiche oder Lackschäden können in der Regel nach kontrolliertem Schleifen, Entrosten, Grundieren und Neulackieren repariert werden. Ersetzen Sie jedoch Teile mit geknickten Säulen, gerissenen Schweißnähten, verformten Scharnierverstärkungen, Korrosion rund um Aufnahmepunkte oder deformierten Kabinenverriegelungen. Richtarbeiten an hochfestem Stahl ohne vorgeschriebene Zugmethode können die Materialfestigkeit und Energieaufnahme bei einem Aufprall beeinträchtigen. Schweißarbeiten sind ausschließlich gemäß den Karosserievorschriften des Herstellers mit der richtigen Schweißmethode, Korrosionsschutz und Wiederherstellung der Dichtnähte zulässig.

Typische Schadensbilder und systematische Diagnose

Häufige Schäden entstehen durch Frontalkollisionen, Abschleppschäden, Kontakt mit Laderampen, umstürzende Ladung, Steinschlag und langfristige Feuchtigkeitseinwirkung. Achten Sie auf Risse in Bodenblechen, Rostbildung unter Scheibenrändern, sich lösende Dichtnähte, verformte Dachkanten und eingedrückte Schweller. Bei älteren MAN F2000- oder Mercedes SK-Kabinen sind Korrosion an Bodenkonstruktionen, Kotflügelbereichen und Scharnierverstärkungen ein wichtiger Punkt. Bei neueren Fahrzeugen führt eine Beschädigung von Montagebereichen häufiger zu Problemen mit Radarhalterungen, Kamerasystemen, Kabelbaumclips oder Durchführungen für HVAC (Heating, Ventilation and Air Conditioning).

Beginnen Sie die Diagnose mit einer Sichtprüfung von Schweißpunkten, Dichtnähten, Korrosionsblasen und Befestigungsflächen. Prüfen Sie anschließend die Türspaltmaße rundum mit Fühlerlehren und vergleichen Sie die linke mit der rechten Seite. Testen Sie die Schließkraft der Türen und überprüfen Sie, ob Schließkeile, Scharniere und Schließbleche nicht künstlich verstellt wurden, um Karosserieabweichungen auszugleichen. Führen Sie nach einem Unfall immer eine Diagonalmessung der Kabinenöffnungen durch und kontrollieren Sie die Rechtwinkligkeit zwischen Windschutzscheibenrahmen, Dachkante und A-Säulen. Wasserlecks können mit einem kontrollierten Sprühtest oder Rauchtest festgestellt werden, bei dem Luft- oder Rauchaustritt entlang von Dichtnähten und Durchführungen sichtbar wird.

Austauschempfehlung für eine sichere und langlebige Montage

Beim Austausch einer Rohkabine oder eines Strukturblechs müssen alle umzubauenden Komponenten vorab erfasst werden: Türen, Scheiben, Armaturenbrettträger, Sitzbefestigungen, Dämmung, Kabelbäume, Luftleitungen, Scheibenwischersysteme und Kabinenverriegelungen. Beschädigte Befestigungsschrauben, Blindnieten, strukturelle Klebeverbindungen und Dichtungsgummis dürfen nicht wiederverwendet werden, wenn der Hersteller einen Austausch vorschreibt. Verwenden Sie Karosseriedichtmasse und Korrosionsschutz, die mit verzinktem Stahl, Aluminium und dem vorhandenen Lackaufbau kompatibel sind; falsche Produkte können galvanische Korrosion oder sich lösende Nähte verursachen.

Montieren Sie die Kabine zunächst spannungsfrei auf den Fahrgestell- und Aufhängungspunkten, stellen Sie anschließend Türen und Schließungen ein und montieren Sie erst danach Scheiben und Innenraumkomponenten. Eine korrekte Passform verringert Windgeräusche, Wassereintritt, Ermüdungsrisse und vorzeitigen Verschleiß von Gummiteilen. Für eine schnelle Reparatur können Kabinenteile außerdem farblich vorbereitet werden.

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