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Kabelbäume für MAN und Mercedes Lkw, Busse und Transporter

Kabelbäume der Motorelektrik verbinden das Motorsteuergerät mit Sensoren, Aktoren und Spannungsversorgungspunkten. In MAN und Mercedes Lkw, Bussen und Transportern übertragen sie unter anderem die Signale von Kurbelwellen- und Nockenwellensensoren, Kühlmitteltemperatursensoren, Öldrucksensoren, Raildrucksensoren, Einspritzdüsen, Glühsystemen, EGR-Ventilen, Ladedruckreglern und Motorkabeldurchführungen. Eine Unterbrechung, ein erhöhter Übergangswiderstand oder eine beschädigte Isolierung kann daher Probleme verursachen, die auf den ersten Blick auf einen defekten Sensor, Injektor oder ein defektes Steuergerät hindeuten. Eine korrekte Identifizierung anhand der Fahrgestellnummer ist immer erforderlich; ein optischer Vergleich oder die Auswahl ausschließlich nach Modellbezeichnung reicht niemals aus.

Kompatibilität und Ausführung von Motorkabelbäumen

Motorkabelbäume unterscheiden sich erheblich je nach Fahrzeugbaureihe, Abgasnorm, Motorvariante, Einspritzsystem und Position der Steuergeräte. So verfügen MAN D08-, D20-, D26- und D38-Motoren über andere Injektorstecker, Abzweigungen und Längen als ältere D28-Konfigurationen. Bei Mercedes unterscheiden sich die Kabelbäume unter anderem zwischen Motoren der Baureihen OM 904, OM 906, OM 457, OM 460, OM 471 und OM 473 erheblich. Auch Fahrzeuge mit Common-Rail-Einspritzung, EGR-Ansteuerung, SCR-Abgasnachbehandlung oder zusätzlicher PTO-Ausstattung haben häufig spezifische Kabelbaumkonfigurationen.

Ein Kabelbaum besteht aus Leitungen mit unterschiedlichen Leiterquerschnitten, in der Regel Kupferleitungen mit hitze- und ölbeständiger Isolierung, Abschirmungen für empfindliche Sensorsignale sowie Steckverbindergehäusen mit Dichtungen. Versorgungsleitungen für Injektoren oder Heizelemente benötigen einen größeren Querschnitt als Signalleitungen beispielsweise für einen Drucksensor. Verdrillte und abgeschirmte Leitungspaare begrenzen elektromagnetische Störungen bei der CAN-Kommunikation und bei Impulssignalen von Kurbelwellen- und Nockenwellensensoren. Achten Sie beim Austausch auf Steckercodierung, Polzahl, Kabelquerschnitt, Befestigungsclips, Durchführungstüllen und die genaue Verlegung im Verhältnis zu Abgaskomponenten, Zylinderkopf und Motorlagern.

Typische Fehlerbilder und gezielte Diagnose

Die häufigsten Schäden entstehen durch Wärmealterung, Vibrationen, Scheuern an Motorlagern oder Leitungshaltern, Öleinwirkung, Wassereintritt und Schäden durch Nagetiere. Insbesondere in der Nähe von Zylinderkopf, Injektoren, EGR-Kühler, Turbolader und Steckerdurchführungen können Isolierungen verhärten oder Leitungen innerlich brechen. Typische Fehlerbilder sind erschwertes Starten, unruhiger Leerlauf, Zylinderausfall, eingeschränkte Motorleistung, Notlauf, sporadische CAN-Fehler sowie Fehlercodes für Unterbrechung, Kurzschluss gegen Masse oder Kurzschluss gegen Versorgungsspannung.

Messen vor dem Austausch vermeidet unnötige Teilekosten

Lesen Sie zunächst alle Fehlercodes und Freeze-Frame-Daten mit einem geeigneten Diagnosetester aus. Prüfen Sie anschließend den Kabelbaum über die gesamte Länge visuell auf geschmolzene Isolierung, beschädigte Wellrohre, lose Clips, Öl in Steckverbindern und grün korrodierte Anschlussstifte. Messen Sie danach mit einem Multimeter den Durchgang und Übergangswiderstand jeder verdächtigen Leitung, vorzugsweise zwischen Sensor- oder Aktorstecker und dem betreffenden ECU-Stecker. Eine reine Durchgangsmessung ist unzureichend: Führen Sie auch eine Belastungsprüfung mit einer Prüflampe oder einer kontrollierten Stromaufnahme durch, da eine teilweise gebrochene Kupferleitung im unbelasteten Zustand noch einen korrekten Widerstand anzeigen kann. Prüfen Sie ebenfalls auf Kurzschluss gegen Masse und gegen Versorgungsspannung.

Bei sporadischen Störungen ist ein Wackeltest wertvoll: Bewegen Sie den Kabelbaum kontrolliert, während Live-Daten, Fehlerstatus und Versorgungsspannung überwacht werden. Vergleichen Sie Sensorwerte mit Referenzwerten und prüfen Sie bei abgeschirmten Stromkreisen die Integrität der Abschirmung. Verwenden Sie bei CAN-Verkabelungen ein Oszilloskop, um Signalform, Reflexionen und Spannungsniveau zu beurteilen; eine Widerstandsmessung zwischen CAN-H und CAN-L kann bei spannungslosem System außerdem eine abweichende Terminierung erkennen lassen.

Austauschempfehlung für eine dauerhafte Reparatur

Ersetzen Sie einen Kabelbaum, wenn mehrere Leitungen beschädigt sind, die Isolierung spröde geworden ist, Steckverbinder thermisch beschädigt sind oder frühere Reparaturen keine ausreichende Zugentlastung und Abdichtung bieten. Einzelreparaturen sind nur vertretbar, wenn der Schaden örtlich begrenzt ist und mit Leitungen desselben Querschnitts, korrekten Crimpverbindungen, Schrumpfschlauch mit Klebeschicht und wiederhergestellter Abschirmung gearbeitet werden kann. Vermeiden Sie Lötverbindungen an stark vibrierenden Motorkomponenten: Diese können verhärten und neben der Verbindung erneut brechen.

Verlegen Sie den neuen Kabelbaum gemäß der ursprünglichen Führung, mit ausreichender freier Länge für Motorbewegungen und Abstand zu heißen Abgaskomponenten. Ersetzen Sie beschädigte Befestigungsclips und Dichtungen und prüfen Sie nach der Montage alle Fehlercodes, Live-Daten und Aktorfunktionen. Braem unterstützt bei der fahrgestellnummerngesteuerten Teilebestimmung und technischen Auswahl, damit Ausfallzeiten durch einen fehlerhaften Kabelbaum begrenzt werden.

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