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Hauptzylinder für Bremse

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Hauptbremszylinder für MAN und Mercedes Lkw, Busse und Transporter

Der Hauptbremszylinder wandelt die Kraft auf das Bremspedal in hydraulischen Druck für die Betriebsbremse um. Dieses Bauteil kommt vor allem bei hydraulisch gebremsten Transportern vor, wie MAN TGE und Mercedes-Benz Sprinter, Vito, Viano, V-Klasse, Citan, TN und Vario. Bei schweren Lkw, Bussen und Reisebussen mit pneumatischen Betriebsbremsen, darunter MAN TGL, TGM, TGS, TGX sowie Mercedes Atego, Actros, Arocs, Citaro und Tourismo, übernimmt ein Fußbremsventil die entsprechende Dosierfunktion mit Druckluft. Wählen Sie einen Hauptbremszylinder daher niemals ausschließlich anhand der Modellbezeichnung oder des Baujahrs aus: Eine Identifizierung anhand der Fahrgestellnummer ist stets erforderlich.

Aufbau, Kompatibilität und hydraulische Ausführung

Ein Hauptbremszylinder besteht in der Regel aus einem Zylindergehäuse, Bremsflüssigkeitsbehälter, Primär- und Sekundärkolben, Dichtmanschetten, Rücklaufbohrungen und Anschlüssen für getrennte Bremskreise. Die Tandemausführung versorgt zwei hydraulisch getrennte Kreise. Bei Leckage oder Druckverlust in einem Kreis muss der zweite Kreis eine eingeschränkte Restbremswirkung beibehalten. Bohrungsdurchmesser, Kolbenhub, Position der Anschlussbohrungen, Montagepassung zum Bremskraftverstärker und Ausführung des Füllstandssensors am Behälter bestimmen, ob ein Zylinder technisch austauschbar ist.

Bei Fahrzeugen mit ABS (Antiblockiersystem) und ESP (Electronic Stability Program) arbeitet der Hauptbremszylinder mit dem hydraulischen ABS/ESP-Steuerblock zusammen. Ein abweichender Bohrungsdurchmesser beeinflusst das verdrängte Flüssigkeitsvolumen und damit Pedalweg, Druckaufbau und den Eingriff der ECU (Electronic Control Unit). Bei MAN TGE und Mercedes Sprinter sind darüber hinaus Varianten je nach Radstand, zulässigem Gesamtgewicht, Front- oder Heckantrieb und Bremsscheibendurchmesser möglich. Prüfen Sie neben der Fahrgestellnummer stets die Anzahl der hydraulischen Anschlüsse, die Gewindegrößen, den Abstand zwischen den Befestigungsschrauben und die Ausführung des Bremskraftverstärkers.

Typische Fehlerbilder und gezielte Diagnose

Ein bei konstanter Pedalkraft langsam absinkendes Bremspedal weist häufig auf einen internen Bypass an verschlissenen Primär- oder Sekundärdichtmanschetten hin. Eine externe Leckage zeigt sich durch Bremsflüssigkeit im Bereich der Rückseite des Zylindergehäuses, des Bremskraftverstärkers, der Leitungsanschlüsse oder des Behälters. Ein hartes Pedal bei geringer Bremswirkung deutet dagegen häufiger auf einen defekten Vakuum-Bremskraftverstärker, eine unzureichende Vakuumversorgung oder eine Blockierung in einer hydraulischen Bremsleitung hin als auf den Hauptbremszylinder selbst.

Diagnose vor dem Austausch

Prüfen Sie zunächst den Bremsflüssigkeitsstand und kontrollieren Sie die Flüssigkeit auf dunkle Verfärbung, Feuchtigkeitsbelastung oder Gummipartikel. Messen Sie anschließend den Pedalweg und beurteilen Sie, ob er sich beim längeren Halten des Bremsdrucks verändert. Sperren Sie die ausgehenden hydraulischen Kreise gemäß der vorgeschriebenen Herstellermethode vorübergehend mit geeigneten Adaptern ab. Sinkt das Pedal dann weiterhin ab, ist eine interne Leckage im Hauptbremszylinder wahrscheinlich. Bleibt der Pedaldruck stabil, untersuchen Sie Bremssättel, Radbremszylinder, flexible Bremsschläuche, ABS-Hydraulik und Leitungsverbindungen auf Volumenverlust oder Leckagen.

Lesen Sie auch Fehlercodes und Live-Daten mit dem Diagnosetester aus. Meldungen zu einem Bremsflüssigkeitsstandsensor, Drucksensor oder Plausibilitätsfehler bedeuten nicht automatisch, dass der Zylinder defekt ist. Prüfen Sie zunächst Steckverbindungen, Kabelbrüche, Korrosion an Steckerkontakten und die Referenzwerte des betreffenden Sensors.

Austausch, Entlüftung und Vermeidung von Folgeschäden

Ersetzen Sie einen Hauptbremszylinder bei interner Leckage, Korrosion in der Zylinderbohrung, beschädigtem Anschlussgewinde oder Leckage zum Bremskraftverstärker. Von der Wiederverwendung alter Dichtmanschetten oder der Montage eines Reparatursatzes ohne Prüfung der Bohrungstoleranz und Oberflächenqualität wird abgeraten. Verwenden Sie ausschließlich die vom Fahrzeughersteller vorgeschriebene Bremsflüssigkeitsspezifikation; das Mischen ungeeigneter Flüssigkeiten kann Dichtungen aufquellen lassen und die Viskosität bei niedrigen Temperaturen negativ beeinflussen.

Füllen Sie den Behälter sauber auf, verhindern Sie, dass das Hydrauliksystem leerläuft, und entlüften Sie in der vorgeschriebenen Reihenfolge. Bei Fahrzeugen mit ABS/ESP kann ein diagnostisches Entlüftungsverfahren erforderlich sein, um das Pumpenmodul und die Regelkanäle vollständig von Luft zu befreien. Prüfen Sie nach der Montage Pedalhöhe, Druckdichtigkeit, Leckagen und Fehlerspeicher. Eine korrekte Auswahl anhand der Fahrgestellnummer und technische Unterstützung bei der Identifizierung helfen, Standzeiten und Fehlmontagen zu begrenzen.

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