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ABS/EBS-Sensoren für MAN und Mercedes Lkw, Busse und Transporter

ABS (Antiblockiersystem) und EBS (Elektronisches Bremssystem) nutzen Sensorsignale, um Radschlupf zu erkennen und Bremseingriffe zu regeln. Raddrehzahlsensoren erfassen die Drehbewegung einzelner Räder; Bremsdrucksensoren liefern bei entsprechend ausgestatteten EBS-Anlagen Rückmeldungen zum pneumatischen Bremsdruck. Signalausfälle können Warnmeldungen, unerwünschte Regeleingriffe bei niedriger Geschwindigkeit oder die Abschaltung unterstützender Bremsfunktionen verursachen. Ein Sensorfehlercode beweist jedoch nicht, dass das Messelement defekt ist: Auch Verkabelung, Impulsringe und Radlager beeinflussen die Messqualität.

Einbauorte und zugehörige Funktionen

ABS/EBS-Sensoren gehören zum Bremssystem. Je nach Fahrzeugausführung und Bremssystem können sie an folgenden Stellen verbaut sein:

  1. An den Radnaben der Vorderachse: Raddrehzahlsensoren erfassen die Drehbewegung der jeweiligen Räder. Das Bremssteuergerät nutzt diese Signale, um ein drohendes Blockieren der Räder zu erkennen und den Bremsdruck zu regeln.
  2. An den Radnaben von Antriebsachsen, Nachlaufachsen und Vorlaufachsen: Raddrehzahlsensoren liefern Signale für die ABS/EBS-Regelung an den jeweiligen Radpositionen. Nicht jede Achse oder jedes Rad verfügt bei jeder Ausführung über einen eigenen Sensor.
  3. An den Radnaben von Anhängern und Aufliegern: Raddrehzahlsensoren übermitteln die Raddrehbewegung an das ABS/EBS des gezogenen Fahrzeugs, damit dieses bei drohendem Blockieren der Räder den Bremsdruck anpassen kann.
  4. In Bremsmodulatoren oder an dafür vorgesehenen Messstellen in pneumatischen Bremskreisen: Bremsdrucksensoren erfassen den anliegenden Bremsdruck. Das EBS nutzt diese Rückmeldung, um den angeforderten mit dem tatsächlich aufgebauten Bremsdruck zu vergleichen und nachzuregeln.
  5. Im Bremspedalmodul oder Bremswertgeber entsprechend ausgestatteter EBS-Systeme: Integrierte Sensoren erfassen den Bremswunsch des Fahrers, beispielsweise über den Pedalweg oder den Druck. Das Bremssteuergerät nutzt dieses Signal, um die gewünschte Bremswirkung zu bestimmen.
Kompatibilität, Sensortypen und technische Auswahl

Wählen Sie ABS/EBS-Sensoren immer anhand der Fahrgestellnummer des Fahrzeugs aus. Ein optischer Vergleich oder die Auswahl allein nach der Modellbezeichnung reicht niemals aus. Beispielsweise unterscheiden sich bei MAN TGL, TGS und TGX, Mercedes Atego und Actros, Bussen wie Lion’s City und Citaro sowie Transportern wie TGE und Sprinter die Sensortechnik, Anschlüsse und Einbaupositionen je nach Ausführung. Achskonfiguration, Bremssystemgeneration und Radnabenausführung sind für die Sensorauswahl ausschlaggebend.

Passive induktive Raddrehzahlsensoren arbeiten mit einem gezahnten ferromagnetischen Impulsring und erzeugen eine Wechselspannung, deren Frequenz und Amplitude von der Drehzahl abhängen. Aktive Hall- oder magnetoresistive Sensoren benötigen eine Spannungsversorgung und arbeiten je nach Ausführung mit einem magnetischen Encoderring oder einem geeigneten Zahnkranz. Zwei Anschlussleitungen bedeuten daher nicht automatisch, dass ein Sensor passiv ist.

Prüfen Sie Einbaudurchmesser, Einstecklänge, Kabelführung, Steckercodierung, Pinbelegung und den vorgeschriebenen Luftspalt. Bei Bremsdrucksensoren sind Messbereich, zulässiger Überdruck, Versorgungsspannung, Signalcharakteristik, Gewinde und Dichtungsmaterial ausschlaggebend. Nicht jeder Drucksensor lässt sich einzeln austauschen; manche sind in einen Bremsmodulator integriert. Verwenden Sie ausschließlich die Druckwerte und Passungstoleranzen der jeweiligen Ausführung.

Fehlerbilder und schrittweise Diagnose

Wiederkehrende Störungen nach Arbeiten an der Radnabe deuten häufig auf einen falschen Sensorabstand, beschädigte Encoderringe oder eine fehlerhafte Radlagermontage hin. Sporadische Meldungen beim Lenken oder Einfedern können auf Kabelbrüche und Zugbelastungen an Steckverbindern hinweisen. Korrosion unter dem Sensorhalter kann die Position des Messelements verändern; Metallpartikel am Sensorkopf können das Signal stören.

  1. Lesen Sie Fehlercodes und aktuelle Messwerte aus dem Bremssteuergerät aus. Notieren Sie die betroffene Radposition, Fahrgeschwindigkeit und Betriebsbedingungen. Unterscheiden Sie elektrische Unterbrechungen von Plausibilitätsfehlern.
  2. Sichern Sie das Fahrzeug und stützen Sie es gemäß Werkstattvorgabe ab. Prüfen Sie Kabelummantelungen, Steckerdichtungen, Kontaktstifte und Befestigungsclips. Messen Sie Versorgungsspannung und Spannungsabfall gemäß Schaltplan.
  3. Messen Sie bei abgesteckten passiven Sensoren den Widerstand mit einem Multimeter und vergleichen Sie ihn mit dem Herstellerwert. Prüfen Sie anschließend mit einem Oszilloskop das Wechselspannungssignal beim kontrollierten Drehen. Verwenden Sie eine Widerstandsmessung nicht zur Beurteilung aktiver Sensoren.
  4. Prüfen Sie aktive Sensoren mit einem geeigneten Messadapter auf Spannungsversorgung sowie Strom- oder Spannungsmodulation. Vergleichen Sie die Raddrehzahlen bei gleicher Drehgeschwindigkeit. Prüfen Sie bei periodischen Signalausfällen auf beschädigte Zähne, Encoderdefekte oder Rundlaufabweichungen; messen Sie das Radlagerspiel mit einer Messuhr.
  5. Vergleichen Sie bei Bremsdruckproblemen den ausgelesenen Druck mit dem Wert eines kalibrierten Manometers am vorgeschriebenen Prüfanschluss. Prüfen Sie mehrere Druckstufen und den Druckaufbau, bevor Sie einen Bremsdrucksensor als defekt einstufen.
Austausch ohne wiederkehrende Störungen

Reinigen Sie die Sensorbohrung und prüfen Sie die Klemmhülse, sofern vorhanden, auf Korrosion und Klemmkraft. Verwenden Sie ausschließlich vorgeschriebene Montagemittel und stellen Sie die Sensorposition gemäß den Fahrzeugvorgaben ein: Eine selbstnachstellende induktive Ausführung erfordert eine andere Vorgehensweise als ein festgeschraubter aktiver Sensor. Halten Sie Kabel von Bremsscheiben, scharfen Kanten und beweglichen Fahrwerksteilen fern.

Machen Sie pneumatische Kreise vor dem Ausbau von Bremsdrucksensoren drucklos. Beachten Sie die Abdichtungsvorschriften und Anzugsdrehmomente. Löschen Sie nach der Instandsetzung die Fehlercodes, führen Sie vorgeschriebene Kalibrierungen durch und kontrollieren Sie die Messwerte bei einer sicheren Funktionsprüfung. Stellen Sie sicher, dass keine Fehlermeldungen mehr auftreten, bevor Lkw, Busse und Transporter wieder freigegeben werden.

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