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Kippanlage

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Kippanlagen für MAN und Mercedes Lkw
Die richtige Kippanlage für Fahrgestell und Aufbau

Eine Kippanlage umfasst mehr als den Kippzylinder: Nebenantrieb (PTO), Hydraulikpumpe, Hydraulikölbehälter, Leitungen, Steuerventile, Sicherheitseinrichtungen und Befestigungspunkte müssen als System aufeinander abgestimmt sein. Bei MAN TGL, TGM und TGS sowie Mercedes Atego, Arocs und Actros hängt die Ausführung unter anderem vom Fahrgestell, Getriebe, der Nutzlast und dem Aufbau ab.

Der Nebenantrieb treibt die Hydraulikpumpe an; die Pumpe erzeugt den Ölstrom, mit dem der Kippzylinder die Ladefläche anhebt. Der Hydraulikölbehälter speichert das Öl und versorgt die Pumpe; der Ansaugfilter hält Schmutz von der Pumpe fern. Leitungen und Schläuche führen das Öl zwischen den Komponenten; Steuerventile regeln das Heben und Senken. Das Druckbegrenzungsventil begrenzt den Systemdruck, und das Lasthalteventil verhindert ein unkontrolliertes Absinken. Befestigungs- und Gelenkpunkte verbinden die Anlage mit Fahrgestell und Aufbau und ermöglichen das Kippen der Ladefläche.

Bei Hydraulikpumpen wird unter anderem zwischen Kolbenpumpen und Zahnradpumpen unterschieden. Kolbenpumpen sind effizient und für hohe Betriebsdrücke geeignet, in der Regel aber teurer und empfindlicher gegenüber Verunreinigungen. Zahnradpumpen sind einfach und robust aufgebaut und meist günstiger, bei hohen Betriebsdrücken jedoch weniger effizient. Dadurch können sie mehr Wärme entwickeln.

Teile müssen immer anhand der Fahrgestellnummer und der Dokumentation des Aufbauherstellers bestimmt werden. Ein optischer Vergleich oder eine Auswahl allein nach der Modellbezeichnung reicht niemals aus. Prüfen Sie außerdem den vorhandenen Nebenantrieb und den Pumpenantrieb: Selbst innerhalb von Motorenfamilien wie MAN D08 und D26 oder Mercedes OM 936 und OM 471 können sich Getriebe und Aufbau stark unterscheiden. Unterscheiden Sie zwischen Frontkipp-, Unterbau- und Dreiseitenkippanlagen und prüfen Sie Zylinderhub, Einbaulänge, Bolzenmaße, Gelenkpunkte und den Freiraum zwischen Aufbau und Fahrgestell.

Verschleißerscheinungen und schrittweise Diagnose

Eine Ladefläche, die langsam ansteigt, sich unter Last nicht anheben lässt oder unkontrolliert absinkt, deutet nicht automatisch auf einen defekten Kippzylinder hin. Prüfen Sie zuerst Füllstand und Zustand des Hydrauliköls, den Ansaugfilter und sichtbare Undichtigkeiten. Schaumbildung kann auf einen Lufteintritt auf der Saugseite hindeuten; Verunreinigungen und Überhitzung beschleunigen den Verschleiß von Pumpe, Dichtungen und Steuerventilen. Untersuchen Sie Hydraulikschläuche auf Scheuerstellen, Aufquellungen und beschädigte Presshülsen und prüfen Sie die Kolbenstangen auf Kratzer, Korrosion und Ölspuren an den Dichtungen.

Messen Sie anschließend mit einem geeigneten Manometer am dafür vorgesehenen Prüfanschluss den Betriebsdruck beim Anheben unter kontrollierter Last. Anlagen arbeiten häufig in einer Größenordnung von 160–250 bar, doch der vorgeschriebene Druck und die Einstellung des Druckbegrenzungsventils sind stets aufbauspezifisch. Vergleichen Sie den Messwert mit den Vorgaben des Aufbauherstellers; ein niedriger Druck kann auch durch interne Leckagen oder einen durchrutschenden Pumpenantrieb entstehen. Messen Sie bei Bedarf den Förderstrom der Pumpe mit einem Hydraulik-Durchflussmesser und prüfen Sie bei elektrisch betätigten Steuerventilen während der Ansteuerung Versorgungsspannung, Masseverbindung und Betätigung. Prüfen Sie bei einer absinkenden Ladefläche die interne Leckage des Zylinders und die Funktion des Lasthalteventils getrennt voneinander.

Sicher austauschen und neu einstellen

Stützen Sie die Kippmulde vor Arbeiten immer mit der vorgeschriebenen mechanischen Muldenstütze ab; verlassen Sie sich niemals allein auf den Hydraulikdruck. Machen Sie den Kreislauf drucklos und kennzeichnen Sie die Leitungen, bevor Sie Komponenten demontieren. Vergleichen Sie Ersatzteile hinsichtlich Betriebsdruckklasse, Förderstrom, Anschlussgewinde, Dichtungsmaterial, Zylinderabmessungen und Passung von Bolzen und Buchsen. Ein Schlauch mit dem richtigen Anschluss, aber unzureichender Druckklasse ist keine sichere Alternative.

Füllen Sie nach der Montage ausschließlich Hydrauliköl gemäß den Vorgaben des Aufbauherstellers ein, entlüften Sie das System nach dem vorgeschriebenen Verfahren und prüfen Sie die Anlage zunächst ohne Last. Testen Sie anschließend unter kontrollierter Last die Endstellungen, Senkgeschwindigkeit, Dichtheit und Befestigungen. Prüfen Sie auch, ob die Kippmulde ausreichend Abstand zu Reifen, Fahrgestellkomponenten und Leitungen hält: Ein technisch passender Zylinder kann bei einem abweichenden Aufbau dennoch eine gefährliche Hubgeometrie verursachen.

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