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Radnabe

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Hinterradnabe für MAN- und Mercedes-Lkw, Busse und Transporter

Eine Radnabe an der Hinterachse bildet die tragende und bei angetriebenen Achsen drehmomentübertragende Verbindung zwischen der Achswelle und dem Rad. Die Nabe trägt nicht nur das Fahrzeuggewicht und die wechselnde Beladung, sondern nimmt auch Radialkräfte, Axialkräfte in Kurven und Bremskräfte auf. Bei MAN TGL, TGM, TGA, TGS, TGX und TG3, Mercedes Atego, Axor, Actros, Arocs und Econic sowie bei Bussen wie MAN Lion’s City, Mercedes Citaro und Neoplan-Reisebussen unterscheidet sich die Ausführung je nach Achstyp, Bremssystem, Nabenvorgelege und Radbefestigung. Auch bei Transportern wie MAN TGE und Mercedes Sprinter gibt es unterschiedliche Nabenkonfigurationen. Eine Radnabe muss daher immer anhand der Fahrgestellnummer des Fahrzeugs bestimmt werden. Ein visueller Vergleich oder die Auswahl allein nach Modellbezeichnung reicht niemals aus.

Ausführung, Kompatibilität und Belastung von Hinterradnaben

Hinterradnaben gibt es unter anderem als herkömmliche angetriebene Naben, freilaufende Naben für nicht angetriebene Achsen und Naben, auf denen ein Planeten-Nabenvorgelege montiert ist. Bei einer herkömmlichen angetriebenen Hinterachse überträgt die Achswelle das Differenzialdrehmoment direkt auf die Nabe. Bei Naben für Achsen mit Planeten-Nabenvorgelege, die häufig im Schwertransport, bei Baueinsätzen und bei bestimmten Busachsen eingesetzt werden, greift das Sonnenrad der Achswelle in Planetenräder und ein Hohlrad ein, die in einem Nabenvorgelegegehäuse montiert sind. Diese Untersetzung reduziert die Belastung von Differenzial und Achswellen, stellt jedoch hohe Anforderungen an Zahnflankenspiel, Schmierung und Abdichtung.

Die Nabe läuft in der Regel auf zwei Kegelrollenlagern oder auf einer voreingestellten Lagereinheit. Diese Lager arbeiten unter ölgeschmierten Bedingungen mit Getriebeöl aus der Hinterachse oder mit einem separaten Ölvorrat im Nabenvorgelege. Der korrekte Lagersitz auf Achsstummel und Nabenbohrung, die vorgeschriebene Vorspannung sowie die Position von Distanzringen oder Einstellmuttern sind entscheidend. Eine zu geringe Vorspannung verursacht Kippspiel und ungleichmäßige Laufbahnen; eine zu hohe Vorspannung erhöht die Lagertemperatur und kann zum Fressen von Rollen und Laufbahnen führen. Prüfen Sie außerdem den Lochkreis, die Anzahl der Radbolzen, die Zentrierung von Bremstrommeln oder Bremsscheiben sowie den Anschluss für ABS-Sensorringe.

Verschleißbilder und gezielte Diagnose an der Radnabe

Ein brummendes oder heulendes Geräusch, das mit der Fahrgeschwindigkeit zunimmt, warme Nabendeckel, Metallpartikel im Hinterachsöl und Ölspuren an der Innenseite der Felge weisen häufig auf Probleme mit den Radlagern, Nabendichtringen oder der Nabe selbst hin. Bei Naben für Achsen mit Planetenuntersetzung können klappernde Geräusche unter Zug- oder Schubbetrieb auch auf beschädigte Planetenräder, ein eingelaufenes Hohlrad oder übermäßiges Zahnflankenspiel hindeuten.

Prüfverfahren vor der Demontage

Lassen Sie das Rad frei drehen und prüfen Sie zunächst das axiale und radiale Spiel mit einer Messuhr am Felgenrand oder Nabenflansch. Vergleichen Sie den gemessenen Wert mit der Werksvorgabe der betreffenden Achse. Drehen Sie das Rad anschließend von Hand und achten Sie auf Widerstand, unruhigen Lauf oder schleifende Bremskomponenten. Messen Sie nach einer Probefahrt die Temperatur beider Nabenbereiche mit einem Infrarotthermometer; ein deutlicher Temperaturunterschied zwischen links und rechts erfordert eine weitere Untersuchung. Prüfen Sie den Ölstand und beurteilen Sie das Getriebeöl auf verbrannten Geruch, Verfärbungen und ferromagnetische Verschleißpartikel. Kontrollieren Sie abschließend die Dichtringlaufbahnen, Radbolzenbohrungen, Flanschfläche und den ABS-Zahnkranz auf Riefenbildung, Risse oder Verformungen.

Austauschen und montieren ohne Folgeschäden

Ersetzen Sie eine Radnabe, wenn die Lagersitze ausgeschlagen sind, der Nabenflansch gerissen ist oder die Radbolzenbohrungen oval geworden sind. Bei Lagerschäden müssen beide Rollenlager, Laufbahnen, Dichtringe und – sofern vorgeschrieben – Distanzringe als technisch passendes Paket erneuert werden. Reinigen Sie das Nabengehäuse vollständig, entfernen Sie alte Dichtungsreste und prüfen Sie den Achsstummel auf Verfärbungen, Lochkorrosion und Maßverlust. Montieren Sie Lager mit geeignetem Montagewerkzeug auf dem richtigen Ring; Krafteinleitung über die Rollen verursacht sofortige Schäden.

Füllen Sie nach der Montage das vorgeschriebene Getriebeöl ein, stellen Sie die Lagervorspannung gemäß Werksvorgabe ein und sichern Sie Einstellmuttern oder Sicherungsringe ordnungsgemäß. Prüfen Sie nach einer kurzen Probefahrt erneut auf Undichtigkeiten, Nabenspiel und Temperatur. Eine korrekte Identifikation anhand der Fahrgestellnummer, kombiniert mit technischer Unterstützung und einer breiten Teileverfügbarkeit, reduziert unnötige Standzeiten von Lkw, Bussen und Transportern.

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