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Lagerung

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Hinterachslagerung für MAN und Mercedes Lkw, Busse und Transporter

Die Lagerung einer angetriebenen Hinterachse umfasst mehr als nur Radlager. Je nach Achskonstruktion handelt es sich um Kegelrollenlager und Rollenlager in den Radnaben, Ritzellager um die Eingangswelle, Differenziallager des Differenzialgehäuses und bei Nabenuntersetzung um Lager für Sonnenräder, Planetenträger und Planetengetriebe. Diese Lagerungen halten rotierende Komponenten axial und radial in Position, nehmen Fahrzeuggewicht und Antriebskräfte auf und gewährleisten den korrekten Zahneingriff zwischen Ritzel und Tellerrad. Sie kommen in MAN TGL, TGM, TGA, TGS, TGX und TG3 sowie in Mercedes Atego, Axor, Actros, Arocs, Econic und älteren SK- oder F2000-Fahrzeugen vor. Auch Busse wie MAN Lion’s City, Mercedes Citaro und Neoplan Reisebusse können achsspezifische Lagerungen verwenden.

Kompatibilität und Aufbau von Hinterachslagerungen

Die richtige Lagerung wird durch den Achscode, die Übersetzung, die Nabenausführung, die Bremskonfiguration und die maximale Achslast bestimmt. Bei angetriebenen Achsen mit konventionellen Radnaben werden in der Regel ölgeschmierte Kegelrollenlager eingesetzt. Diese kombinieren eine hohe radiale Tragfähigkeit mit der Aufnahme axialer Kräfte bei Kurvenfahrten. Hinterachsen mit Planeten-Nabenuntersetzung verfügen über zusätzliche Lagerungen im Untersetzungsgetriebe, wo Zahnkräfte und thermische Belastungen erheblich ansteigen können.

Im Differenzial sorgen vorgespannte Kegelrollenlager für eine stabile Position des Tellerrads. Das Ritzel wird in der Regel von zwei Lagern mit einer vorgegebenen Vorspannung getragen, die häufig über Distanzringe, Passscheiben oder eine verformbare Distanzhülse eingestellt wird. Eine falsche Lagerhöhe, Vorspannung oder Zahnflankenspiel führt zu Zahnradgeräuschen, erhöhtem Kontaktdruck und beschleunigten Schäden am Kegelradtrieb. Bei Kraftfahrzeugen mit MAN D08-, D20-, D26- oder D38-Motoren sowie Mercedes OM 936-, OM 470-, OM 471- oder OM 473-Motoren hängt die Antriebsbelastung stark vom Motordrehmoment, der Hinterachsuntersetzung und dem Einsatz im Verteiler-, Fernverkehrs- oder Baustelleneinsatz ab.

Teile müssen stets anhand der Fahrgestellnummer des Fahrzeugs bestimmt werden. Ein visueller Vergleich oder die Auswahl allein nach Modellbezeichnung reicht niemals aus, da identische Fahrzeugbaureihen unterschiedliche Achshersteller, Nabengrößen, Lagerbreiten, Wellendichtringe und Übersetzungsverhältnisse aufweisen können.

Verschleißbilder und gezielte Diagnose

Ein brummendes oder heulendes Geräusch, das mit der Fahrzeuggeschwindigkeit zunimmt, weist häufig auf verschlissene Radlager oder beschädigte Ritzellager hin. Verändert sich das Geräusch deutlich beim Beschleunigen und Gaswegnehmen, müssen insbesondere die Ritzellagerung, das Zahnflankenspiel sowie der Zustand von Tellerrad und Ritzel überprüft werden. Ein dumpfes Klopfen in Kurven, ungleichmäßiger Reifenverschleiß oder fühlbares Spiel an der Radnabe können auf unzureichend vorgespannte Nabenlager, eingelaufene Laufbahnen oder einen beschädigten Nabensitz hinweisen.

Praktisches Messverfahren vor der Demontage

Prüfen Sie zunächst den Ölstand und den Zustand des Hinterachsöls. Metallpartikel, glänzende Verschleißpartikel oder ein verbrannter Geruch weisen auf Schäden an Rollenlagern oder Zahnrädern hin. Messen Sie anschließend das radiale und axiale Spiel an der Radnabe mit einer Messuhr, während die Nabe vorschriftsmäßig belastet wird. Kontrollieren Sie nach einer Probefahrt die Temperatur beider Nabenbereiche mit einem Infrarotthermometer; ein deutlicher Temperaturunterschied zwischen links und rechts deutet auf erhöhte Reibung hin. Bei Verdacht auf Differenzialschäden prüfen Sie das Zahnflankenspiel mit einer Messuhr am Tellerrad und beurteilen Sie das Tragbild mit Zahnradfarbe.

Austausch und Einstellung ohne Folgeschäden

Ersetzen Sie Lagerungen bei Grübchenbildung, Verfärbungen durch Überhitzung, Abplatzungen oder fühlbarer Rauheit immer zusammen mit den zugehörigen Laufbahnen. Die Wiederverwendung einer eingelaufenen Laufbahn mit einem neuen Rollenlager verkürzt die Lebensdauer erheblich. Reinigen Sie das Lagergehäuse gründlich, prüfen Sie die Passung auf ovalen Verschleiß und messen Sie den Naben- oder Gehäusesitz nach. Eine zu lose Passung führt zum Wandern des Außenrings; eine zu enge Passung kann das interne Lagerspiel unzulässig verringern.

Montieren Sie neue Kegelrollenlager mit dem vorgeschriebenen Hinterachsöl oder Montagefett, sofern der Hersteller dies vorschreibt, erneuern Sie die Wellendichtringe und stellen Sie die Lagervorspannung präzise ein. Bei Ritzel- und Differenziallagern müssen Ritzeltiefe, Vorspannung und Tellerradspiel gemäß Achsspezifikation eingestellt werden. Eine vollständige Lagerüberholung ist technisch sinnvoll, wenn Achsgehäuse, Zahnräder und Nabensitze wiederverwendbar sind. Bei Zahnbruch, stark eingelaufenen Sitzen oder Blaufärbung durch Ölverlust ist die Überholung der gesamten Hinterachse oder der Austausch des betreffenden Achsmoduls häufig die zuverlässigste Lösung.

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